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Poskus za koledar

08.08.21
20:00
Festival der Stimmen - Praznik glasov;
Burgarena Finkenstein – Bekštanj
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Am Anfang war ein Bubenquartett.

Die Gesangskarriere der Brüder Smrtnik begann im Kinderchor in Ebriach/Obirsko. Es war nur ein kleiner Chor, jedoch bekannt dafür, dass schon in früher Jugend dreistimmig gesungen wurde. Der Leiter des Kinderchores war der langjährige Ebriacher Volksschullehrer, Dichter und Schriftsteller Valentin Polanšek.

Als der Christliche Kulturverband (Krščanska kulturna zveza – KKZ) nach längerer Pause wieder ein Familiensingen vorbereitete, suchte der damalige Sekretär des KKZ, Nužej Tolmajer, fieberhaft Familien, die an diesem Familiensingen teilnehmen würden. Mehrmals rief er in Trögern an und besuchte die Smrtniks auch persönlich, um die Eltern der Kinder zu überzeugen, sie mögen doch als Familie bei dieser Gelegenheit auftreten. Vater Franc und Mutter Marija zögerten, denn dafür wären natürlich Proben nötig, und wer würde ihnen die Lieder beibringen, und wann sollte das denn geschehen, wo sie doch so wenig Zeit erübrigen konnten!

Schlussendlich, nach einigen Diskussionen im Familienverband, entschlossen sich Franc Jožef, Zdravko, Marjan und Vladimir dazu, es doch zu versuchen und als Quartett bei diesem Familiensingen mitzuwirken. Sie traten an ihren Lehrer Valentin Polanšek heran und baten ihn, sie auf diesen Auftritt vorzubereiten. Nach drei Proben absolvierten sie also am 14. Juni 1985 ihren ersten öffentlichen Auftritt im slowenischen Kulturhaus „Pri Cingelcu na Trati“ in der Nähe von Ferlach/Borovlje.

Dann kam das Quintett.

1996 stand die erste große Sängerreise nach Argentinien an, eine dreiwöchige Tournee mit zahlreichen eigenen Konzerten. Im Vorfeld hatten die Sänger die Idee, doch einen fünften Sänger zu suchen, da das gesamte Tourneeprogramm nur so bewältigt werden könne. Man wollte nämlich – gemeinsam mit dem Ensemble Korenika – auch in der so genannten „Slak-Besetzung“ (nach dem beliebten Ensemble des slowenischen Vollblut-Volksmusikers Lojze Slak) auftreten. So sprachen sie den ausgezeichneten Sänger und Cousin zweiten Grades, den Ebriacher Marko Smrtnik, vlg. Bistričnik, darauf an, ob er nicht bereit wäre, bei dieser Tournee auszuhelfen. Als leidenschaftlicher und erfahrener Sänger war Marko gerne dazu bereit. In Argentinien erlebte die erweiterte Sängertruppe unvergessliche Tage und feierte bei allen Konzerten große Erfolge. Das Quintett machte sich einen Namen, vor allem auch dank der Solo-Lieder, die von den Sängern in der gesamten Stimmenbandbreite vorgetragen werden konnten.

Nach der Rückkehr aus Argentinien war klar, dass der Fünfgesang nicht verstummen sollte und so entstand das Quintett der Brüder Smrtnik.

Aufnahmen, DVD’s und CD’s.

Die Sänger waren auch ständige Gäste in TV- und Radiosendungen. Bald entwickelte sich die Idee, einige Lieder auch aufzunehmen. 1990 kam die erste eigene Audiokasette mit dem Titel „Mi smo Smrtnikovi fantje“ (Wir sind die Smrtnik-Buben) heraus, zum zehnjährigen Jubiläum dann die erste CD, „Tam, kjer petje dušo greje« (Wo der Gesang die Seele wärmt). Sowohl die erste Audiokasette als auch die erste CD wurden noch in der Formation als Quartett aufgenommen.

Anlässlich des fünfzehnten Bestandsjubiläums entstand die erste gemischte CD, also eine CD, wo erstmals auch Lieder in der Formation als Quintett aufgenommen wurden. Die CD erhielt den Titel „V Kortah moje srce živi“ (In Trögern lebt mein Herz), nach einem Lied des Smrtnik-Nachbarn Ignacij Vok, von dem der Text und die Melodie des Titelliedes stammen.

Zum Zwanziger gab das Quintett der Brüder Smrtnik dann eine CD heraus, die bisher auch die erfolgreichste war. Sie wurde 3500 Mal als CD verkauft, weitere 500 Mal in der Version als DVD. Das war die CD „Vedno znova“ (Immer wieder), deren Besonderheit vor allem die Lieder des berühmten Slavko Avsenik im A-capella-Stil sind. Mit diesen Bearbeitungen konnten die Sänger besonders in Slowenien noch weiter punkten und waren Gast in allen größten TV-Sendungen mit Schwerpunkt Volksmusik.

Zum fünfundzwanzigsten Jubiläum wurde die zweite DVD herausgegeben, die wiederum ein großes Publikum erreichte, die dazu produzierten Video-Clips fanden auch beim Publikum auf der Internetplattform YouTube immensen Anklang. Das auf diesem Portal erfolgreichste Lied kommt auf 150.000 Klicks, was für diese Art von Musik außerordentlich viel ist. Alle Lieder zusammen nähern sich schon der Millionenmarke an Klicks.

Das dreißigjährige Bestandsjubiläum wurde mit der CD „Od pesmi do pesmi“ (Von Lied zu Lied) begangen. Es ist ein Querschnitt verschiedener Gesangsschwerpunkte des Quintetts in den vergangenen Jahren.

Auch der Dreiunddreißiger wurde gefeiert, diesmal mit einer speziellen CD mit dem Titel „Od srca do srca“ (Von Herz zu Herz), die wiederum etwas Neues birgt. Der künstlerische Leiter Dr. Engelbert Logar erstellte besondere Liederreigen bzw. Medleys für das Quintett und schuf daraus höchst interessante gesangliche Leckerbissen. Die Präsentation dieser CD im Kulturhaus K 3 in St. Kanzian/Škocjan war etwas Besonderes, denn das Quintett trat erstmals mit seinem weiblichen Pendant, der Damenformation „Dekleta Smrtnik“, auf und brachten mit den Damen sowie in Begleitung des virtuosen Tomaž Boškin auf der Harmonika auch zwei gemeinsame Lieder dar.

Diese eigenen Aufnahmen und Produktionen werden ergänzt durch weitere Gemeinschaftsproduktionen zusammen mit anderen Gesangsgruppen.

Lieder

Das Quintett der Brüder Smrtnik verschrieb sich in erster Linie der Pflege slowenischer Volks- und Kunstlieder in musikalisch möglichst hochwertiger Form. Eine weitere Intention war auch die Etablierung neuer Lieder, die andere Gruppen nicht singen und die speziell für das Quintett arrangiert worden waren. Dadurch konnte ein eigener Musik- bzw. Gesangsstil geschaffen werden, der praktisch zum Markenzeichen wurde. Bei der Liedauswahl griff man zunächst vorwiegend auf Lieder aus der Heimatregion Bad Eisenkappel/Železna Kapla zurück, darunter vor allem Lieder und vertonte Gedichte von Valentin Polanšek und Hanzi Artač. Zu den Bekanntesten aus diesem Reigen zählen die Lieder „Mladih dni spomin“ (Erinnerung an Jugendtage) und „Kapelška« (Eisenkappler Hymne) von Valentin Polanšek sowie »Mi smo Smrtnikovi fantje« (Wir sind die Smrtnik-Buben) und »Mi pod Obirjem smo doma« (Unter dem Obir sind wir zu Hause) von Hanzi Artač. Ein besonderes, dem Geburtsort der Smrtniks gewidmetes Lied ist das aus der Feder von Ignacij Vok stammende Lied „V Kortah moje srce živi« (In Trögern lebt mein Herz). Später folgten einige Pop-Arrangements, speziell für das Quintett geschaffen von dessen künstlerischem Leiter Dr. Engelbert Logar. Die Bekanntesten darunter sind „Bo moj vnuk še pel slovenske pesmi« (Wird mein Enkel noch slowenische Lieder singen), »Samo milijon« (Nur eine Million), »Lepa si, Koroška vsa« (Schön bist du, Kärnten) oder »Oj počas« (Lei longsom) sowie die beiden deutschen Schlager »Rote Lippen« und »Treffma uns in da Mittn«.

Zum zwanzigsten Bestandsjubiläum wurde die CD „Vedno znova“ (Immer wieder) mit Liedern des berühmten Slavko Avsenik im A-capella-Stil aufgenommen.

Zum fünfundzwanzigsten Jubiläum folgte eine neue Filmdokumentation auf DVD, darauf unter anderem zu hören das Vokal-Arrangement des beliebten Liedes des Alpenquintetts (Alpski kvintet), „Na Brezjah že zvon zvoni« (In Brezje läutet schon die Glocke), sowie das zweisprachige Lied „Diandle vom Rosntol“, dessen slowenischen Text Vladimir Smrtnik geschrieben hat. Einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte mittlerweile auch das Lied „Videl dežele sem tuje« (Ich sah wohl fremde Länder), für das Quintett arrangiert von Roman Kutschnig. Ein ganz besonderer Ohrenschmaus jedoch sind die Solo-Interpretationen der russischen Volkslieder „Večerni zvon« (Abendglocke) oder »Odnozvučno grimit kolokol’čik« (Leise das Glöckchen nur klingt) in unnachahmlicher Ausführung von Marjan Smrtnik.

Die Spezialität der letzten CD des Quintetts, »Od srca do srca« (Von Herz zu Herz), sind 15 Lieder in Form von Liederreigen als Versuch, solche Reigen in der Kärntner slowenischen Gesangslandschaft zu etablieren. Das sind unter anderem »Venček slovenskih ljudskih« (Reigen slowenischer Volkslieder), »Venček narodnozabavnih« (Reigen volkstümlicher Lieder), »Venček Pepejevih« (Reigen von Pepejs Liedern) oder »Venček očetovih najljubših« (Reigen von Vaters Lieblingsliedern) in Memoriam des 2017 verstorbenen Vaters Franc.

Musikalische Leiter

vl Zdravko Smrtnik, Engelbert Logar, Marjan, Vladimir, Marko, Franz-Joz(ha)ef Smrtnik
  • Valentin Polanšek (1985)
  • Joško Koncilija (1986 – 1996)
  • Dr. Engelbert Logar (1996 – …)
  • zeitweise Mitarbeit: Roman Kutschnig (2010), Božo Hartmann (2013), Tomaž Boškin (2018)

Live-Auftritte sowie Auftritte in Radio und Fernsehen

Sofort nach der Gründung gab es zahlreiche Auftritte und Einladungen. Nichtsdestotrotz blieben die Brüder Smrtnik stets der heimatlichen Region und den Menschen in den drei Kärntner Tälern, dem Jauntal, dem Rosental und dem Gailtal, insbesondere den Liedern ihrer Heimat Eisenkappel, sehr stark verbunden. Bei der Feier zum fünfjährigen Bestandsjubiläum im Eisenkappler Pfarrsaal platzte dieser aus allen Nähten und konnte längst nicht alle der zahlreichen Besucher aufnehmen. Schon damals gab es den großen Wunsch der Zuhörerschaft nach authentischen Gesangsgruppen, insbesondere Familienformationen. Als Gäste bei diesem ersten großen Konzert in Eigenregie konnten die Brüder die Gruppen Oktet Suha, Oktet bratov Pirnat sowie das Kvartet Spev begrüßen, als Moderator fungierte der langjährige Freund der Familie, Dr. Ludvik Karničar. An diesem Abend sangen die Brüder auch zwei Lieder von Hanzi Artač, »Kam odšla mladost si moja« (Wo, o Jugend, bist du hin) und »Na Mačensko planino« (Auf die Mačen-Alm). Dieses Konzert war das erste im Reigen der später zu jedem Jubiläum ausgerichteten Konzerte der Brüder Smrtnik, die regelrechte Straßenfeger waren und die Konzertsäle bis zum letzten Platz füllten.

Durch 33 Jahre hindurch absolvierten die Brüder Smrtnik insgesamt rund 1.300 größere Auftritte und Konzerte im In- und Ausland, dabei sind die zahlreichen kleineren Auftritte bei Hochzeiten, Geburtstagen und Begräbnissen nicht mit eingerechnet. Die meisten Auftritte gab es natürlich zu Hause in Kärnten, und zwar nicht nur im zweisprachigen Gebiet, sondern auch in allen Bezirken des Landes, weiters in allen österreichischen Bundesländern und allen Regionen Sloweniens. Einige Gastspiele gab es auch in Italien, Deutschland und in Kroatien, dazu zwei große Konzerttourneen, eine 1996 in Argentinien, die zweite 2013 in Armenien.

Bereits sehr früh, nämlich zu Weihnachten 1985, waren die Brüder gemeinsam mit ihren Eltern zu Gast in der damals ungemein populären TV-Sendung des RTV Slovenija, „Kočnikova gostilna«. Das war der Beginn einer regelmäßigen und sehr häufigen Zusammenarbeit mit RTV Slovenija und auch verschiedenen anderen Radiostationen in Slowenien. Auftritte des Quintetts der Brüder Smrtnik gab es unter anderem auch beim berühmten „Alpski večer« in Bled, bei der überaus populären Veranstaltung „Noč Modrijanov« in Celje, bei diversen TV-Sendungen beim Avsenik-Gasthaus „Pri Joževcu« in der Region Gorenjska oder in der berühmten Naturarena in Studenec in der Nähe von Domžale, um nur einige größere TV-Auftritte zu nennen.

Ähnlich war es auch in Österreich. Bereits 1986 traten die Brüder Smrtnik mit einem Lied in einer der meistgesehenen Volksmusiksendungen Österreichs, „Klingendes Österreich“, auf. Sie waren Stammgäste in Radiosendungen des ORF-Landesstudios Kärnten (slowenische und allgemeine Abteilung) und Steiermark. Mit Freude machten sie auch bei der Benefiz-Aktion des ORF, „Licht ins Dunkel“, mit. Ein besonderer Höhepunkt war die Mirwirkung in der TV-Sendung „Mei liabste Weis“ im Jahr 2012 aus dem Gasthaus Mochoritsch in Rückersdorf/Rikarja vas, wo Kärnten durch das Quintett der Brüder Smrtnik vertreten wurde.

Herkunftsbewusstsein & Volksgruppenpolitik

Das Quintett der Brüder Smrtnik gilt als Botschafter des kärntnerslowenischen Liedes. Wie nur wenige andere Gruppen trug das Quintett dieses Lied auch zum deutschsprachigen Publikum und fand dadurch auch in diesem Kulturkreis zahlreiche Freunde. Durch ihr Wirken konnten sie viele Barrieren abbauen und viel zur Völkerverständigung beitragen, für ein besseres Morgen und ein gutes Miteinander in Kärnten.

Im Jahr 2011 sangen sie mit großer Freude auch anlässlich der feierlichen Aufstellung der zweisprachigen Ortstafel im heimatlichen Bad Eisenkappel/Železna Kapla. Dort erklang der Schlager „Treffma uns in da Mittn“, dessen Inhalt symbolhaft für den Ortstafelkompromiss in Kärnten steht.

So wie das Lied immer in der Familie Smrtnik präsent war, so fehlte es auch nicht an Diskussionen über politische Themen. Aus den bescheidenen Anfängen kam es, unterstützt auch durch das Lied, das immer das überzeugendste Argument der Smrtnik-Brüder war, zu einem „kleinen Wunder“: eine kleine eigenständige Liste, die im 19-köpfigen Gemeinderat der Gemeinde Bad Eisenkappel/Železna Kapla lange Zeit mit 2 Mandaten vertreten war, begann ab 1991 mit Franc Jožef an der Spitze stetig zu wachsen und erreichte 2009 einen historischen Erfolg: Franc Jožef wurde zum ersten Bürgermeister einer eigenständigen slowenischen bzw. zweisprachigen Liste in Kärnten. Dieser Erfolg wurde im Jahr 2015 wiederholt.

Auch Vladimir erwarb sich Verdienste als Obmann der Enotna lista/Einheitsliste (EL) in den Jahren 2003 bis 2014, insbesondere mit der schrittweisen Öffnung der EL und legte so die Basis für die Wahlerfolge in den Jahren 2015 (Gemeinderatswahlen) und 2016 (Landwirtschaftskammerwahlen). In seiner Heimatgemeinde Feistritz ob Bleiburg/Bistrica pri Pliberku erreichte er mit seiner neuen Bewegung, der Regionalliste Feistritz/Bestrica (REgi), der einzigen konsequent zweisprachigen Liste Kärntens, bereits bei der ersten Kandidatur 2015 aus dem Stand 6 Mandate und die Funktion des Vizebürgermeisters.